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DIE KRÄFTE DER HERRSCHER-KRONE 
Ich stehe vor einem mittelalterlichen Rüstungskomitee. Sie wollen mir einen Hut und einen Sack, beides von Motten durchlöchert, verkaufen. Schlechte Deals vorschlagen, das kann ich auch! Ich biete ihnen zwei prall gefüllte Körbe Katzenfutter an. 


Trockenkekse, na wie wärs? 
Keine Reaktion.

Habenichts, 2018, oil on canvas, 70 x 100 cm

DOUGLAS
Ich sitze in der Wanne, eingepolstert in den guten alten Schaum, und träume von einem leckeren Geschäft. Schicksal drapiert auf einem Küchlein oder Schinken, eine Pachtschaft auf meinem Gedankengut mit siebzehn Angestellten. Es ist an der Zeit die Batterien aufzuladen; die alten Barbies aus dem Keller zu holen, ihre Beine zu reparieren und ihnen ihre kleinen Stiefel anzuschnallen.

Mickey, 2017, oil on canvas, 40 x 50 cm


MODELS AND FRIENDS
Im Revier des Paragraphen gibt man sich zur Brotzeit die Hand und schüttelt kräftig im Uhrzeigersinn, bis die Münzen aus den Ärmeln rollen. Marsch, marsch und nicht im Blindschleichentempo! Medaille gibt es dafür keine, eher eine Verwarnung von oben angeordnet. Von unten dringt immer nur das Kläffen der kleinen Hunde durch. Wer bereit ist alles zu geben, sollte sich besser hinten anstellen. Denn hier ist niemand auf den Kopf gefallen. Alle haben das gleiche Ziel anvisiert. Die guten Reste vom Sperrmüll muss man sich hart erkämpfen. Ein Großstadtmodell erster Sahne. 
Wenn die Mutter es nicht war, wer hat den Schaden dann angerichtet? So etwas entsteht doch nicht von selbst.

Baba Cool, 2019, oil on canvas, 250 x 200 cm
Jupiter, 2017, oil on canvas, 250 x 200 cm

INTERNET 
Ich möchte etwas Gemütlichkeit erleben.

Tugend auf Reh, 2016, oil on canvas, 180 x 200 cm

TV-DUELL 
In der Südsee kauften sie ein Haus, mit frontalem Fensterblick über ein enormes Rosmarin-Blumenbeet, geschmückt mit Gartenschrauben. Ja, vor allem an die Gartenschrauben erinnere ich mich besonders gut.

Aloe Vera, oil on canvas, 150x180cm, 2019

HELIO 
Die Sonne umwarb mein Gesicht, aber ich sagte Nein. Blieb im Schatten, unberührt. Wie eine jungfräuliche Zwiebel. Doch schnell wurde mir fade. Ich sprach mit dem Gärtner. Wir spielten Karten. Er gewann. So zog ich weiter und kam an einen Fluss, setzte mich auf einen Stein und wartete auf einen, der mit mir sprechen würde, über brisante Themen und tragische Ereignisse. Da kam einer und fragte mich nach dem Weg. Irgendwie ging er mir auf den Nerv. Diese Momente muss man aussitzen.

Kabale, 2017, oil on canvas, 180 x 200 cm

ERSTE EHE
Einen wasserfesten Laptop, damit ich auch in der Wanne tippen kann, bitte! Einen Lastwagen mit Hebebühne, immer auf Abruf bereit, bitte! Das Universum prüft uns nicht nur einmal? Strafe muss sein? Ich, eine tragische Figur? Einspruch!

Sir, es gibt ein Problem: Zu viele Halbwüchsige auf den Stufen des Naturkundemuseums! 

Silberfuchs, 2017, oil on canvas, 70 x 100 cm
Psyche, 2016, oil on canvas, 200 x 90 cm

IM HAUS DER VERNUNFT 
Bloß nicht vom Pferd fallen! Ich kralle mich an seiner Mähne fest. Jetzt, da ich mich endlich auf das richtige Tier gesetzt habe, will ich als Erste durchs Ziel galoppieren. Fehlanzeige! Der Jockey hinter mir schlägt mir mit der Gerte auf den Kopf. 
Mit dem schweren Ledersattel auf den Schultern stapfe ich zurück durch den Schnee.
Auf zur täglichen Routine! Zu Hause schaufle ich Essensreste aus dem Mülleimer und füttere meine Schweinehorde. Danach lege ich mich auf die rote Chaiselongue neben ihrem Napf und beobachte die Tiere beim Frühstück. Ich muss Keilrahmen besorgen, außerdem benötige ich einen neuen Schlafanzug, vielleicht ein gestreiftes Modell und ich muss unbedingt dem Anwalt vom Sportverein schreiben. Mein Kontolimit ist erreicht. Anscheinend hat meine Bank keine Schwierigkeiten sich abzugrenzen und Nein zu sagen. Ich sollte mir ein Beispiel an ihr nehmen. 
Etwas später blättere ich in den gesammelten Werken einer Unbekannten, meinem Manuskript. Ich denke an die Freundin, auf deren Couch ich lange saß. Wo waren der Schiedsrichter und sein Geselle, als sie mich und meinen Sweater mit dem harten Ball bewa
rf?

Oktoberfest, oil on canvas, 150x180cm, 2019

PHILHARMONIKER 
Seit zwei Jahren liegt ein Suppenhuhn in meinem Gefrierfach. Ein zähes Huhn, so zäh wie die Tussi, die mich niemals grüßt. Um Strom zu sparen könnte ich stapelweise Telefonbücher in den Kühlschrank legen. Ich hatte schon ewig kein Telefonbuch mehr in der Hand und auch der Tag an dem ich meine Tagebücher verbrannte ist schon lange her.
Dolly war die erste, der ich gehorchte. Sie verstand sich in der Redekunst, eingepudert und aufgezäumt, wie eine stolze Stute, die ihren Herren sicher durch morsche Pinienwälder führt. Sonst hatte sie nicht viel auf dem Kasten. Aber über die Schwächen der anderen urteilt man nicht, also ernannten wir sie zur Chefin. Ich war die KassettenTrägerin. Im Onlineshop bestellten wir Tagesdecken und Leopardenfell. Mit unseren kleinen Zähnchen bissen wir in saftige Orangen, das war gestern. Seitdem klingelt das verdammte Telefon. 


Alfred, bitte lassen Sie den Damen ausrichten, dass ich ein Bad nehme und mich danach bis spät in die Nacht frisiere.

Den Untertan im Nacken, 2015, Öl auf Leinwand, 200 x 180 cm
Late Night Show, 2018, oil and acrylic on canvas, 70 x 100 cm

Sie ist knochig und ausgelutscht, aber noch lange nicht am Ende ihrer Kräfte. Ihr Helikopterbusen kreist über unseren Köpfen. Ein übermütiger kleiner Mann klettert die Feuerleiter empor um ihr das Mikrofon zu reichen. Mit zugekniffenen Augen blickt sie auf uns herab. Sie beugt sich über mich, nimmt den Kaugummi aus ihrem Mund und klebt ihn direkt in meine Frisur. Alles um mich herum riecht nach Erdbeerflavour. Die Menge tobt. Victoria steckt das Kabel in den Verstärker und grölt ihre Strophen vor laufender Kamera.